Ein trinokulares Ausleger-Stereomikroskop unterscheidet sich von einem Standard-Tischmikroskop hauptsächlich durch sein Montagesystem. Während ein traditionelles Säulenstativ den Mikroskopkopf auf eine feste vertikale Achse über einer kleinen Grundplatte beschränkt, ist bei einem Auslegerstativ (oft auch Universalstativ genannt) der optische Kopf an einem horizontalen Arm befestigt. Dieser Arm erstreckt sich von einer stabilen vertikalen Säule nach außen und ermöglicht es dem Mikroskop, über einen großen Arbeitsbereich zu schwenken.
Für Fachleute in der Elektronikreparatur, insbesondere für diejenigen, die an großen Serverplatinen, Kfz-Steuergeräten oder mit umfangreichem Lötequipment arbeiten, kann die Stellfläche des Mikroskopfußes hinderlich sein. Ein Auslegerstativ löst dieses Problem, indem es die Stützstruktur aus dem unmittelbaren Arbeitsbereich entfernt und so einen ungehinderten Zugang zum Objekt ermöglicht.
Die Wahl der richtigen Stativkonfiguration ist genauso wichtig wie die Auswahl der Optik. Stabilität und Reichweite des Stativs beeinflussen die Bedienbarkeit des Instruments unmittelbar.
Einarmige Teleskoparme: Diese zeichnen sich durch eine einfachere Konstruktion aus und sind im Allgemeinen leichter zu manövrieren. Sie eignen sich für leichtere optische Köpfe und Aufgaben, die ein häufiges Umpositionieren erfordern.
Doppelarm-Teleskope (Universal-Teleskope): Diese verfügen über parallele Stangen, die für hervorragende Stabilität sorgen und Vibrationen reduzieren. Dies ist entscheidend für Arbeiten mit hoher Vergrößerung (wie z. B. die 50-fache Vergrößerung, die vom Teleskop unterstützt wird).TBK 701 ) wo selbst geringfügige Vibrationen das Bild unscharf machen können. Die Doppelarmkonstruktion sorgt dafür, dass der schwere trinokulare Kopf auch im voll ausgefahrenen Zustand stabil bleibt.
Standard-Säulenstative sind kompakt und ideal für gezielte, kleinere Inspektionen.TBK 701 Diese Basiskonfiguration ist für Anwender mit begrenztem Platzangebot auf der Werkbank verfügbar. Für Anwendungen mit größerer Reichweite ist jedoch das Langarmmodell die erforderliche Wahl.
Der größte operative Vorteil eines Auslegerständers besteht in der Kontrolle des Arbeitsabstands und der seitlichen Bewegung.
XY-Achsenbewegung: Ein Schwenkstativ ermöglicht es dem Techniker, eine große Leiterplatte durch einfaches seitliches Verschieben des Kopfes abzutasten. Dies ist wesentlich effizienter als das manuelle Bewegen der empfindlichen Leiterplatte unter einer stationären Linse.
Vertikale Freiraumhöhe: Galgenstative ermöglichen oft eine größere vertikale Verstellmöglichkeit und bieten so Platz für hohe Objekte oder sperrige Vorrichtungen, die unter ein Standard-Fokussiergestell nicht passen würden.
Platzersparnis auf der Werkbank: Durch die Befestigung des Fußes des Stativs an der Tischkante (oder durch die Verwendung eines schweren, beschwerten Fußes an der Rückseite) schafft der Techniker die wertvolle „zentrale Arbeitsfläche“ der Werkbank für Lötkolben, Heißluftpistolen und Multimeter frei.
Die folgende Tabelle vergleicht die Betriebsmerkmale von Standard-Säulenständern mit den für Modelle wie den TBK 701 verfügbaren Auslegerkonfigurationen.
| Besonderheit | Standard-Säulenständer | Auslegerstativ (Langarmstativ) | Ideale Anwendung |
| Fußabdruck | Kompakte Tischbasis | Große Reichweite, Basis am Rand | Reparatur vs. Montage |
| XY-Bewegung | Feste Position | 360-Grad-Drehung | Inspektion großer Leiterplatten |
| Schwingungsdämpfung | Hoch (starr) | Variabel (abhängig vom Armtyp) | Hochmagnetisches Löten |
| Vertikale Höhe | Begrenzt durch die Säulenhöhe | Verstellbar/Ausziehbar | Inspektion hoher Objekte |
| Arbeitsbereichszugriff | Durch die Grundplatte eingeschränkt | Unten öffnen | Löten / Nacharbeiten |
DerTBK 701 ist modular aufgebaut. Während der optische Kopf – mit 7- bis 50-fachem stufenlosem Zoom und einer 48-Megapixel-Kamera – unverändert bleibt, lässt sich das Montagesystem anpassen.
Robuste Konstruktion: Die Langarmversion des TBK 701 verwendet robuste Metallkomponenten, um das Gewicht des Trinokularkopfes und der angebrachten Digitalkamera zu tragen.
Präzise Fokussierung: Selbst an einem Auslegerarm behält das Mikroskop seine präzise Fokussiermechanik. Dies ermöglicht Feineinstellungen, die bei der Arbeit mit der 50-fachen Vergrößerung erforderlich sind.
Beleuchtung: Da Galgenstative keine Lichtquelle von unten besitzen, benötigen sie üblicherweise Ringlichter. Das TBK 701 verfügt über ein helles LED-Ringlicht , das direkt am Objektivgehäuse befestigt wird und so die Ausleuchtung der Probe unabhängig von der Position des Galgenarms gewährleistet.
Frage 1: Vibrieren Galgenstative stärker als Standardstative?
A1: Ein Auslegerstativ ist aufgrund des Hebelarmeffekts naturgemäß anfälliger für Vibrationen. Hochwertige, robuste Stative, wie die Doppelarmstative für professionelle Geräte, sind jedoch so konstruiert, dass sie diese Vibrationen minimieren. Auch die Platzierung der Werkbank auf einem festen Boden trägt zur Reduzierung der Vibrationsübertragung bei.
Frage 2: Kann ich den TBK 701-Kopf an jedem beliebigen Galgenstativ montieren?
A2: Die meisten professionellen Mikroskopköpfe verwenden einen standardmäßigen 76-mm-Montagering (Fokussierschiene). Wenn der Auslegerstativ mit einer kompatiblen 76-mm-Fokussieraufnahme ausgestattet ist, kann der TBK 701-Kopf sicher montiert werden.
Frage 3: Wie viel Platz benötige ich für ein trinokulares Ausleger-Stereomikroskop?
A3: Für den Schwenkbereich des Arms sollte ein Radius von ca. 50–75 cm eingeplant werden. Die Basis selbst beansprucht jedoch in der Regel weniger Arbeitsfläche, da sie sich an der Rückseite oder Kante des Tisches befindet.
Frage 4: Ist das Langarmmodell besser zum Löten geeignet?
A4: Im Allgemeinen ja. Das Langarmmodell verlagert den Mikroskopfuß aus dem Weg und bietet Ihnen so mehr Bewegungsfreiheit beim Anwinkeln von Lötkolben und Heißluftpistole, ohne dass Sie gegen das Mikroskopstativ stoßen.