Der Übergang von der traditionellen, filmbasierten Bildgebung zur digitalen Radiografie (DR) stellt einen bedeutenden Wandel in der zerstörungsfreien Prüfung (ZfP) und der medizinischen Diagnostik dar. Digitale Röntgengeräte nutzen digitale Sensoren, wie beispielsweise Flachdetektoren, anstelle von fotografischem Film. Diese Technologie erfasst die Röntgenenergie und wandelt sie unmittelbar in digitale Daten um, wodurch innerhalb von Sekunden hochauflösende Bilder entstehen.
Für Branchen, die Präzision erfordern, wie die Elektronikfertigung und -reparatur, sind die Unmittelbarkeit und Bildschärfe digitaler Systeme von entscheidender Bedeutung. Im Gegensatz zur Computerradiographie (CR), die einen separaten Scanvorgang benötigt, bieten moderne digitale Systeme Echtzeit-Bildgebungsfunktionen, die für die Analyse komplexer innerer Strukturen ohne Demontage unerlässlich sind.
Das Verständnis der Architektur eines digitalen Röntgensystems hilft bei der Auswahl der richtigen Geräte für spezifische Aufgaben.
Das Herzstück eines modernen digitalen Röntgengeräts ist der Flachbilddetektor. Flachbilddetektoren sind älteren Bildverstärkern überlegen, da sie einen höheren Dynamikbereich und ein besseres Kontrast-Rausch-Verhältnis bieten. Sie werden im Allgemeinen in zwei Typen unterteilt:
Indirekte Konversion: Nutzt eine Szintillatorschicht, um Röntgenstrahlen in Licht umzuwandeln, welches dann in eine elektrische Ladung umgewandelt wird.
Direkte Konversion: Wandelt Röntgenstrahlen direkt in eine elektrische Ladung um und bietet so eine höhere räumliche Auflösung, was für die Untersuchung von Mikrokomponenten wie integrierten Schaltkreisen (ICs) unerlässlich ist.
Die Röntgenröhre, die als Strahlungsquelle dient, bestimmt die Durchdringungsfähigkeit. Hochspannungsröhren werden für dichte Materialien (wie Metallguss) verwendet, während für Elektronikgeräte Niederspannungs-Mikrofokusröhren bevorzugt werden, um empfindliche Bauteile vor Beschädigung zu schützen und gleichzeitig eine scharfe geometrische Vergrößerung zu gewährleisten.
Während medizinische Anwendungen wohlbekannt sind, setzt die Industrie stark auf digitale Röntgentechnologie zur Qualitätskontrolle. Im Bereich der Elektronik weisen SMT- (Surface Mount Technology) und BGA-Bauteile (Ball Grid Array) verdeckte Lötstellen auf, die visuell nicht geprüft werden können.
Ein digitales Röntgengerät ist das Standardwerkzeug zur Identifizierung der folgenden Probleme auf Leiterplatten:
| Fehlertyp | Beschreibung | Auswirkungen auf das Gerät |
| BGA-Hohlräume | In den Lötperlen sind Luftblasen eingeschlossen. | Kann zu Überhitzung und schlechter Leitfähigkeit führen. |
| Lötbrücken | Unerwünschte Verbindung zwischen zwei leitfähigen Punkten. | Verursacht Kurzschlüsse und sofortigen Geräteausfall. |
| Kalte Lötstellen | Unvollständige Verbindung zwischen Lötstelle und Lötpad. | Führt zu zeitweiligen Verbindungsproblemen. |
| Bauteilfehlausrichtung | Teile haben sich von ihren vorgesehenen Auflageflächen verschoben. | Beeinträchtigt die Signalintegrität und die mechanische Stabilität. |
Für Mobiltelefonreparaturtechniker, Qualitätskontrollspezialisten und Kleinserienhersteller sind große Standgeräte oft unpraktisch. Der Markt hat darauf mit kompakten Tischlösungen reagiert, die speziell für die Mikroelektronik entwickelt wurden.
Diese Desktop-Systeme sind darauf ausgelegt, die geometrische Vergrößerung auf kleinstem Raum zu maximieren. Sie ermöglichen es dem Anwender, BGA-Lötstellen und IC-Chips schnell und detailliert zu analysieren.
Ein praktisches Beispiel für diese Gerätekategorie ist dieTBK 2208 Dieses Gerät fungiert als Tisch-BGA-Röntgengerät , das speziell für die zerstörungsfreie Prüfung entwickelt wurde. Es unterstützt Techniker bei der Visualisierung der internen Strukturen von Mobiltelefonen und Leiterplatten, ohne die Bauteile zu beschädigen.
Das TBK 2208 erleichtert die Erkennung der oben genannten Fehler – Lunker, Brücken und kalte Lötstellen – durch klare Innenaufnahmen. Sein Design optimiert die Arbeitsabläufe in Reparaturwerkstätten und Qualitätssicherungsabteilungen, wo Platzmangel herrscht, Präzision aber unerlässlich ist. Mit diesem speziellen Desktop-Gerät können Bediener Reparaturen überprüfen und die Montagequalität effizient sicherstellen.
Bei der Bewertung eines digitalen Röntgengeräts für den industriellen Einsatz sollten verschiedene Spezifikationen verglichen werden, um sicherzustellen, dass das System die betrieblichen Anforderungen erfüllt.
Brennfleckgröße: Kleinere Brennflecke (gemessen in Mikrometern) liefern schärfere Bilder bei hoher Vergrößerung.
Detektorauflösung: Eine höhere Pixeldichte ermöglicht die Visualisierung feinerer Details.
Softwarefunktionen: Moderne Software umfasst häufig eine automatische Fehlererkennung (ADR) und Bildverbesserungsfilter.
Sicherheitsmerkmale: Bleischirmung und Verriegelungen sind obligatorisch, um die Bediener vor Strahlenbelastung zu schützen.
| Besonderheit | Medizinisches digitales Röntgen | Industrie-/Leiterplatten-Röntgen |
| Strahlendosis | Minimiert für die Patientensicherheit. | Optimiert für optimale Bildqualität (höhere Dosis akzeptabel). |
| Auflösung | Mäßiger Knochen-/Gewebekontrast. | Extrem hoch (Mikrometerbereich für Drähte/Lötzinn). |
| Objekttyp | Organische, sich bewegende Motive. | Statische, anorganische Materialien (Silizium, Kupfer). |
| Systemgröße | Groß, oft zimmergroß. | Variiert: Vom Standgerät bis zum Tischgerät (z. B. TBK 2208). |
Der Besitz eines digitalen Röntgengeräts erfordert die Einhaltung strenger Sicherheitsvorschriften.
Strahlenschutz: Alle zugelassenen Systeme sind mit vollständig abgeschirmten Gehäusen ausgestattet. Die Leckstrahlung muss regelmäßig überwacht werden.
Röhrenwartung: Die Röntgenröhre ist ein Verschleißteil. Durch Vermeidung häufiger Temperaturwechsel (häufiges Ein- und Ausschalten des Geräts ohne Aufwärmphase) wird die Lebensdauer der Röhre verlängert.
Kalibrierung: Zur Aufrechterhaltung der Bildhomogenität ist bei den Detektoren eine regelmäßige Verstärkungs- und Offsetkalibrierung erforderlich.
Frage 1: Worin besteht der Unterschied zwischen CR- und DR-Röntgengeräten?
A1: Bei der Computerradiographie (CR) wird eine Kassette verwendet, die nach der Belichtung manuell gescannt werden muss, um das Bild zu erhalten. Die digitale Radiographie (DR) hingegen verwendet einen Flachdetektor, der das Bild innerhalb von Sekunden direkt an einen Computerbildschirm überträgt und so einen schnelleren Arbeitsablauf und eine höhere Effizienz ermöglicht.
Frage 2: Kann ein digitales Röntgengerät elektronische Bauteile beschädigen?
A2: Im Allgemeinen nein. Die für die Inspektion verwendete Strahlendosis liegt deutlich unterhalb der Schwelle, die Siliziumchips oder Speicher beschädigen würde. Dennoch sollten die Bediener die Herstellerrichtlinien bezüglich Belichtungszeiten und Spannungseinstellungen beachten, um die absolute Sicherheit empfindlicher Geräte zu gewährleisten.
Frage 3: Warum ist eine Röntgenprüfung von BGA-Bauteilen notwendig?
A3: Bei BGA-Bauteilen (Ball Grid Array) befinden sich die Lötverbindungen unter dem Chipgehäuse und sind daher weder mit bloßem Auge noch unter einem optischen Mikroskop sichtbar. Röntgenbildgebung ist die einzige zerstörungsfreie Methode, um die Qualität dieser verborgenen Lötstellen zu überprüfen und auf Fehlstellen oder Kurzschlüsse zu prüfen.
Frage 4: Wie oft muss ein digitales Röntgengerät gewartet werden?
A4: Eine routinemäßige vorbeugende Wartung wird in der Regel alle 6 bis 12 Monate empfohlen. Dies umfasst die Überprüfung des Kühlsystems, die Kontrolle der Strahlenabschirmung und die Kalibrierung des Detektors. Die Röntgenröhre muss je nach Nutzungsintensität nach einigen Jahren möglicherweise ausgetauscht werden.